Waldbaden
Was ist Waldbaden und was macht man da?
Beim Waldbaden geht es um einen längeren Aufenthalt im Wald, um sich zu erholen und mit sich selbst und der Natur in Einklang zu kommen.
Bäume geben Stoffe, die als Terpene bezeichnet werden, ab. Diese Terpene haben einen sehr heilsamen und gesundheitsfördernden Einfluss auf den menschlichen Organismus. Wissenschaftliche Forschungen haben inzwischen bewiesen, dass ein längerer und/oder regelmäßiger Aufenthalt im Wald Stress reduziert und das Immunsystem stärkt.
Die Wirkung der Natur und des schlichten Daseins in ihr kann durch gezielte Wahrnehmungsübungen für den Körper, den Geist und die Seele unterstützt und vertieft werden.
Geschichtlicher Hintergrund
Waldbaden ist eine in Japan anerkannte Heilmethode (Shinrin Yoku von Yoshifumi Miyazaki) und wird als unterstützende Therapie angewandt.
Das Heilwissen des Waldes ist jedoch viel älter. In China wurde die Heilkraft des Waldes schon vor 2500 Jahren beschrieben. Schamanen und Heilkundige jeder Kultur sind sich der Heilkraft der Bäume, Sträucher und Pflanzen von jeher bewusst. Man denke nur an den Eichenkult der Druiden/Kelten. In nahezu jeder Kultur wurden nicht nur die Heilwirkungen bestimmter Planzen erkannt und genutzt, sondern ihnen auch mystische Kräfte zugeschrieben, wie es auch heute noch in alten Sagen oder Märchen zu lesen ist (z.B. der Holunder als Übergang in die Anderwelt zu Frau Holle und gleichzeitiger Schutzstrauch beim Neubau eines Hauses/Hofes).
Wobei Waldbaden helfen kann
Waldbaden wirkt ausgleichend auf den gesamten menschlichen Organismus, es kann aber auch seelische Prozesse in Gang setzen und Ängste aufzeigen. Insbesondere findet es Anwendung bei
- Stressabbau
- Stärkung des Immunsystems
- Regulierung des Blutdrucks
- Schlafstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Lungenerkrankungen
- es verstärkt die Bildung von Abwehrzellen, die Krebszellen zerstören
- es unterstützt die Bildung der Herzschutzsubstanz DHEA
- es regt die Sinne und die Wahrnehmung an
- und führt zur Aufhellung der Stimmung
- es kann einen bewussteren Umgang mit der Natur im Hinblick auf die "Klimakrise" bewirken (pädagogischer Aspekt)
Mein Angebot
Ich möchte Sie einzeln oder in einer Gruppe bei Ihrem Waldaufenthalt begleiten und Sie darin zu einer achtsameren Wahrnehmung von sich selbst und von ihrer Umgebung anleiten. Dabei werden vor allem die Sinne geschult und Möglichkeiten gegeben, die eigene kreative und gestalterische Seite mittels Nature Writing und Landart kennenzulernen.
Der Aufenthalt im Wald kann, unterstützt durch verschiedene Übungen, unsere Zugehörigkeit zur Natur bewusst machen und Heilungsprozesse unterstützen. Auch einfach mal eine Auszeit vom Alltag zu nehmen kann einige Probleme lösen oder ihre Schwere mindern. Der Wald hilft einen guten Abstand zum Alltagstrubel zu finden und die Batterien neu aufzuladen.
Warum Waldbaden?
Immer wieder höre ich Menschen sagen, dass sie den neuen Trend um das sogenannte "Waldbaden" (wörtliche Übersetzung vom japanischen "Shinrin Yoku") nicht nachvollziehen könnten und es irgendwie albern fänden aus dem Waldspaziergang ein Event zu machen, weil der Wald für sie etwas ganz Selbstverständliches sei.
Die Waldzeit in der Gruppe ermöglicht weitergehende Erfahrungen wie zum Beispiel Übungen zu machen, die wir uns alleine nicht trauen, weil wir uns dabei komisch vorkommen (Körperübungen, Atemübungen, Achtsamkeitsübungen, Meditationen) - kurz gesagt bewusst und intensiv inne zu halten und zur Ruhe zu kommen. Das "Waldbaden" ermöglicht daher eine tiefere Entschleunigung und Entspannung, als wenn man einfach nur spazieren geht. Es wirkt zudem ausgleichend auf den Körper, die Gedanken und die Gefühle und bringt diese drei Aspekte wieder mehr in Balance. Dies kann durch gezielte Übungen besonders unterstützt werden.
Zugleich gibt uns die Gruppe Schutz und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Teilnehmenden dürfen sich fallen lassen, sind getragen und können sich möglichen Ängsten (vor dem Wald!) stellen und sie womöglich ein wenig überwinden. Nicht jedem Menschen ist es möglich alleine in den Wald zu gehen, da der Wald auch tiefe Ängste auslösen kann. Die Gruppe gewährt hier einen geschützten Raum, besonders für Frauen, und lädt zudem zum (Mit)Teilen der Erfahrungen ein. Der Wald und die Erfahrungen der Übungen lassen uns zur Ruhe kommen und machen das Wahrnehmen von Gefühlen, die häufig im Alltagsstress nicht wahrgenommen werden, möglich. Auch das kann zuerst unangenehm sein, bringt uns am Ende aber wieder ein Stück näher zu uns selbst.
Eine Waldzeit ist daher in den verschiedensten Kontexten möglich: zur Entspannung und Entschleunigung, für die Gesundheitsvorsorge, zum Stärken der Familienbande oder auch für einen besseren Teamzusammenhalt.
Eine Waldtherapie kann zudem durch gestalterische, kreative und therapeutische Interventionen prozessbegleitend neben beispielsweise einer Psychotherapie (in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Therapeuten) Anwendung finden.
Verwendete Literatur: Felber, Ulli: Waldbaden. Das kleine Übungshandbuch für den Wald.
Links:
https://utopia.de/ratgeber/waldbaden-shinrin-yoku-die-japanische-naturtherapie/